10. dbb bundesfrauenkongress:
Sparpläne beim Elterngeld – Wildfeuer: Ein Bärendienst für die Familien- und Gleichberechtigungspolitik

„Beim Geld darf die Gleichberechtigung nicht aufhören. Das sollten Ministerin Schröder und Finanzminister Schäuble bedenken, bevor sie daran gehen, den Koalitionsvertrag zu brechen und das Teilelterngeld und die Verlängerung der Vätermonate auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben. Damit erweisen sie der deutschen Familien- und Gleichberechtigungspolitik einen Bärendienst!“ Mit diesen Worten hat Helene Wildfeuer, die Vorsitzende der Bundesfrauenvertretung des dbb beamtenbund und tarifunion, am 4. Juni 2010 in Potsdam scharfe Kritik an den geplanten Einsparungen im Familienbereich geübt. „Bewährtes soll man bewahren“, bekräftigte Wildfeuer in ihrer Rede anlässlich der Eröffnung des 10. dbb bundesfrauenkongresses vor rund 80 Ehrengästen und unter dem Applaus der mehr als 400 Kongressteilnehmerinnen.
 
Die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung empörte sich zugleich über die Halbherzigkeit, mit der Politik und Arbeitgeber an einer Verbesserung der Lebenssituation berufstätiger Frauen herum laborierten. „Frauen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, sagte Wildfeuer und machte deutlich, dass in Zeiten des demographischen Wandels, der mit einem schärfer werdenden Konkurrenzkampf um gut ausgebildete Fachkräfte einhergehe, weder die freie Wirtschaft noch der öffentliche Dienst auf die Arbeit und das Engagement von Frauen verzichten könne. „Deshalb fordere ich Sie hier und heute auf: Unterstützen Sie Frauen bei der Karriereplanung. Geben Sie Ihnen die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren. Tragen Sie mit dazu bei, dass weibliche Aufstiegsbiographien keinen Karriereknick mehr aufweisen.“

Mit Blick auf die am Sonntag beginnende Klausurtagung des Bundeskabinetts zu den Sparvorhaben wandte Wildfeuer sich direkt an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder: „Stärken Sie junge Familien, statt ihre Existenzgrundlagen durch ungerechtfertigte Spareinschnitte zu demontieren.“